Dienstleistungen · III
Jedes Werk ist durch Türen gegangen – es gilt herauszufinden, durch welche.
Provenienzforschung
Die Provenienz eines Werks zu erforschen heisst, die Abfolge von Händen, Orten und Daten zu rekonstruieren, die es mit dem Atelier der Künstlerin oder des Künstlers verbindet: Händler, Galerien, Sammler, Ausstellungen, Auktionen.
Der Kunsthandel steht im Zentrum meiner Forschung. Promoviert habe ich an der Universität Lausanne mit einer Dissertation über den Sammler und Händler Wilhelm Uhde (1874–1947); seiner Rolle bei der Rezeption des Kubismus und der naiven Kunst habe ich zudem mehrere Aufsätze gewidmet.
Diese Forschung hat mich gelehrt, die Spuren des Kunsthandels zu lesen – Korrespondenzen, Kataloge, Schriften von Händlern und Kritikern – zwischen Paris und Berlin, von 1900 bis 1950. Daraus ist unter anderem die Edition von Uhdes Briefen und unveröffentlichten Texten hervorgegangen, die ich gemeinsam mit Manja Wilkens herausgegeben habe (Deutsches Forum für Kunstgeschichte Paris / arthistoricum.net, 2021).
Dieselbe Methode gilt für die Geschichte einer ganzen Sammlung, von ihrer Entstehung bis zu ihrer Auflösung – so im Katalog La collection Givel (2024).
Provenienz ist nicht nur Sache der Historiker: Sie erhellt die Zuschreibung eines Werks, bereichert seine Dokumentation und gibt allen Auskunft, die es verleihen, erwerben oder weitergeben.
Wo eine Frage über mein Fachgebiet hinausgeht, arbeite ich mit Provenienzforschern aus meinem Netzwerk zusammen. Und ich benenne stets die Lücken: Eine redliche Provenienz zeigt auch, wo der Faden reisst.
Für wen
Sammlerinnen, Sammler, Erbinnen und Erben
Um den Weg zu kennen, den ein Werk in Ihrem Besitz zurückgelegt hat.
- Erfassung und Transkription materieller Spuren: Etiketten, Stempel, Nummern, Inschriften auf der Rückseite
- Recherchen in Ausstellungs- und Auktionskatalogen, in der Literatur und in Archiven
- Chronologische Rekonstruktion der aufeinanderfolgenden Besitzer und Standorte
- Dokumentiertes Provenienzdossier mit Quellenangaben und ausgewiesenen Lücken
Museen und Stiftungen
Um Sammlungswerke, Schenkungen oder Leihgaben zu dokumentieren.
- Provenienzrecherchen zu Einzelwerken oder Werkgruppen
- Geschichte einer Sammlung, von ihrer Entstehung bis zu ihrer Auflösung
- Chronologien, Biografien und Katalogeinträge
Forschende, Verlage und Rechteinhaber
Für Projekte, die auf Archiven beruhen.
- Sichtung, Transkription und Edition von Korrespondenzen
- Recherchen zu Händlern, Galerien und Sammlern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
- Rekonstruktion eines Künstlerlebens anhand seiner Archive
Vorgehen
- 01
Sammeln
Alles, was Sie wissen oder besitzen: Rechnungen, Briefe, alte Fotografien, Familienerinnerungen – und die Rückseite des Werks.
- 02
Quellen befragen
Ausstellungs- und Auktionskataloge, Literatur, Archive von Händlern, Galerien und Sammlern.
- 03
Den Faden knüpfen
Jede Station wird datiert, verortet und belegt; jede Hypothese wird als solche gekennzeichnet.
- 04
Bericht
Ein schriftlicher Bericht mit Chronologie, Quellen und Lücken, der dem Werkdossier beigelegt werden kann.
Sprechen wir über Ihre Sammlung
Kontakt